Josef Jan Michnia, Kunstgalerie, Expressionimus, expressiver Realismus  
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Rheinische Post, 2010

Flamingos auf High Heels

 

Sie tanzen in knallbunten Kostümen auf hohen Pumps. Mit geschlossenen Augen geben sich gemalte Frauen dem Musizieren hin. Anlässlich ihres Jubiläums zeigt die Musikschule eine Ausstellung von Josef Jan Michnia.

 

Dieser Künstler muss die Frauen lieben, so hingebungsvoll malt er sie: als langbeinige, superschlanke attraktive Geschöpfe in schicken Roben mit kräftigen Farben, deren krass überlängte Arme auffallen. Manchen gesteht der Mönchengladbacher Maler Josef Jan Michnia in seiner Ausstellung im Foyer der Musikschule gar die Verehrungsstufe von Engeln zu, das zeigen angedeutete Flügel, zum Beispiel auf dem Gemälde „Tanzspiel“.

 

Viel bedeutsamer jedoch ist, dass die Frauen des 66-jährigen Malers aus Oberschlesien, der seit 20 Jahren in Mönchengladbach lebt, aIlesamt musizieren. Mit ihren sonderbar verdrehten Armen und expressionistisch         überproportionierten mageren Fingern bedienen sie Instrumente. Streichinstrumente (Geige, Cello) begegnen dabei besonders häufig. Und so passt die Schau mit dem Titel "Farben-Menuett" recht gut zum Jubiläum der städtischen Musikschule. Die besteht nun 50 Jahre und feiert diesen Anlass mit diversen Highlights.

 

 

Farben ersetzen Worte


Eines davon ist diese Ausstellung, die bis zum 30. Mai im Musikhaus im Berggarten zu sehen sein wird. Als „Geschenk“  für das Institut wertete Kulturdezernent Dr. Gert Fischer die Ausstellung bei der Vernissage vor mehr als 100 Gästen. Die Galeristin und Kunst-Journalistin Sigrid Blomen-Radermacher verglich die leuchtenden Farben in Michnias Bildern mit musikalischen Klängen. „Die in der Musik fehlenden Worte ersetzt Michnia durch seine Farben“, erklärte die Kunsthistorikerin.

 

Mit pastosem, kräftigen Pinselstrich trägt der Künstler die Ölfarbe auf die Leinwand auf. Kraftvollen Ausdruck spiegeln auch die Szenarien der Bilder wieder. So zum Beispiel „Die große Parade“, wo eine Tambourmajorin ein Sextett Blechblasinstrumente spielender Frauen anleitet. Die Dirigentin hat als einzige die Augen offen, sonst signalisiert der Künstler stets mit niedergeschlagenen bzw. geschlossenen Augen, dass seine Musikerinnen „sich ganz der Musik hingeben“, so Blomen-Rademacher. Michnia: „Die Musikerinnen richten ihren Blick nach innen.“ Und fast durchgängig lässt er die kessen, stark geschminkten Damen vom Typus Grisette auf High Heels einherstaksen. Selbst ein Flamingo und ein Storch tragen Pumps.

 

Die etwa 40 Bilder sind in den vergangenen drei Jahren entstanden. In seinem Atelier befasst sich Josef Jan Michnia tagtäglich damit, „die Farben in einem schöpferischen  Prozess zueinander treten zu lassen.“ Dabei stellt er sich gern Musik an, meistens klassische, aber auch Rock'n'Roll oder Hard-Rock-Titel kommen in Frage. „Und wenn ich am nächsten Tag an demselben Bild weiter male, wähle ich wieder dieselbe Musik wie tags zuvor“, erläutert er seine Inspirationsquelle.

 

VON DIRK RICHERDT


 

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