Josef Jan Michnia, Kunstgalerie, Expressionimus, expressiver Realismus  
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Rheinische Post, 2010

Orchestermusik in Farben

 

Der Gladbacher Maler Josef Jan Michnia schenkte dem Limburger Sinfonie-Orchester zu dessen 125. Bestehen ein Triptychon. Mit dem Bild löste er einen Medienrummel aus. Sogar Königin Beatrix ließ sich damit fotografieren.

 

Triptychon

 

Von seinem Erfolg hat sich Josef Jan Michnia noch nicht erholt. Immer noch steht der 66-jährige Maler unter dem Eindruck des Erlebten. Zum 125-jährigen Jubiläum des Limburger Sinfonie-Orchesters hat der Gladbacher Künstler ein Triptychon geschaffen: vier Meter breit, 1,80 Meter hoch. Nichts Ungewöhnliches eigentlich. Neu war für Michnia jedoch der Medienrummel, den er mit seinem Gemälde in Maastricht auslöste. Zum ersten Mal stand er für ein Interview vor einer Fernsehkamera, Kunstzeitschriften brachten vierseitige Porträts des Malers, und ein Sternekoch kreierte für ihn ein Fünf-Gänge-Menü. Sogar die niederländische Königin Beatrix mischte mit. Ihre Majestät ließ es sich nicht nehmen, sich mit dem Gemälde fotografieren zu lassen. Michnia staunt eine Woche nach dem großen Ereignis noch immer darüber.

 

Geruch von Ölfarbe in der Nase

 

„So was bin ich gar nicht gewöhnt“, sagt Michnia. „lch wünsche jedem Künstler, dass er so etwas mal erlebt.“ Er gehört zu den stillen Künstlern. Sein dunkIer, schlichter Kleiderstil steht in krassem Gegensatz zu seinen farbintensiven Gemälden. Der 66-Jährige fühlt sich am wohlsten, wenn er in seinem kleinen Atelier vor der Leinwand sitzt - den Pinsel in der Hand, die Farbpalette vor sich und den Geruch von Ölfarbe in der Nase.
Sein Galerist hatte Michnia angesprochen, ob er zu dem Jubiläum des Orchesters ein Gemälde schaffen wolle. Schon lange hat der Maler eine enge Beziehung zu den Musikern. Vielfach durfte er bei Proben Mimik und Verhalten der Musiker studieren. Diese Beobachtungen hat er in einigen Bildern festgehalten: überlange, schlanke Finger bei den Streichern, raumgreifende Bewegungen, entrückte Gesichter. Musik in Farbe ausgedrückt.

 

Über ein Jahr hat Michnia an dem Bild gearbeitet. „Die Arbeit war nicht leicht“, sagt er rückblickend. Eigentlich ist er kein Auftragsmaler. Er malt für sich. Erfolg hat sich vergleichsweise spät eingestellt, nachdem sein Galerist eines seiner Bilder in einem niederländischen Restaurant entdeckt hatte. Heute müssen Interessenten bis zu neun Monate auf ein GemäIde warten.

 

Der Druck lastete deshalb schwer auf Michnia. Vor zwei Jahren malte er ein erstes Probebild. „Die Bilder waren zwar gut, aber es war nicht mein Orchester“, sagt er. Weil ihm seine Erstfassung nicht gefiel, begann er von vorn. Aber auch bei der Zweitfassung veränderte Michnia immer wieder etwas. „Nach einem halben Jahr habe ich das halbe Bild neu gemalt“, erzählt er. „Das war eine Heidenarbeit.“

 

Als er das Bild zum ersten Mal seinem Galeristen vorstellte, war Michnia schon aufgeregt. Dabei gab es dazu eigentlich keinen Grund. Denn schon 2005 hatte eine Arbeit des 66-Jährigen als Hintergrund-Deko für ein Konzert des Orchesters gedient. „Der Solistin hat das so gut gefallen, dass sie es zu Beginn des Konzerts langsam angestrahlt haben, bis es komplett sichtbar war“, erzählt Michnia. „Das Publikum hat begeistert applaudiert.“

Das Triptychon im Wert von rund 30 000 Euro hat Michnia dem Orchester zum Jubiläum geschenkt. Es ist so gestaltet, dass das Orchester es ohne weiteres als Hintergrund bei Konzerten einsetzen kann. Zusammengeklappt ist es vergleichsweise einfach zu transportieren.

 

VON GARNET MANECKE

 
 



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