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Kirchen Zeitung, 2011

Bilder für die Passionszeit

 

Der Künstler Jan Josef Michnia setzt sich mit biblischen Themen auseinander

 

 

 

 

Der Mönchengladbacher Künstler Jan Josef Michnia ist bekannt für seinen ironischen Stil und kräftige Farben in seinen Bildern, in denen er Eitelkeiten und Eigenheiten von Menschen festhält. Dass er sich als gläubiger Christ auch biblischen Themen nähert, kann man in der Passionszeit in der Kirche St. Albertus erleben. Hier inspirieren seine Bilder zu den Predigten in den Gottesdiensten.

 

Der Teufel tanzt mit hämischem Grinsen. Die Abweisung scheint ihn nicht zu stören. Sein Körper ist hager, halb Mann, halb Frau. Seine Haut ist giftgrün, zu seinen Hufen läuft die Farbe in einem Rosa aus. Seine Hände, die Hörner und seine Schwanzspitze sind blutrot. Um seine Beine fallen Geldmünzen klimpernd zu Boden. Eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger ist alles, was man von Jesus sieht. Ein helles Licht umgibt ihn.

 

Jan Josef Michnia ist ein gläubiger Mensch. Sein Glaube hat ihm geholfen, schwere Krisen zu überstehen. Wenn er auf seine Kunst und deren Erfolg schaut, dann ist er immer noch ganz erstaunt, dass viele Menschen seine Werke lieben. Michnia hat seinen eigenen Stil: Starke, leuchtende Farben zeichnen seine Bilder aus. Gliedmaßen sind oft überlang, die Figuren werden mit feiner Ironie ausgearbeitet. Seine Figuren wie Musiker oder Spießbürger, die er oft porträtiert, haben oft geschlossene Augen. Erst auf den zweiten Blick sieht man die Details.

 

Der Bezug zur Gegenwart ist in den Bildern sichtbar

 

Die Bilder, die Michnia in der Albertuskirche zeigt, offenbaren klar seinen Stil. Aber sie sind nicht witzig, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Themen des Evangeliums. Dabei beschränkt sich Michnia nicht auf die reine Bebilderung des geschriebenen Wortes, sondern er setzt die Geschichten in Bezug zur Gegenwart. Die Soldaten, die Jesus quälen, sind bei Michnia Männer in Springerstiefeln, die auf ihr Opfer noch eintreten, wenn es schon am Boden liegt. Leere Wodkaflaschen am Bildrand weisen darauf hin, dass die Männer alkoholisiert sind.

 

„Dieses Bild habe ich gemalt, als in der Münchner U-Bahn ein Mann von Jugendlichen zusammengeschlagen wurde“, sagt Michnia. Die Parallelen, die es zur heutigen Zeit gibt, zeigen sich auch in anderen Bildern. Hinter dem Kreuz sind neben den römischen Legionären auch moderne Soldaten zu sehen. Dabei stellt Michnia Jesus' Gesicht nie dar. Blutige Beine oder eine Hand weisen auf ihn hin.

 

Die Bilder werden in der Kapelle präsentiert

 

„Vier der sechs Bilder werden in der Fastenzeit die Basis der Predigten sein“, erklärt Pastoralreferent Eugen Godoj. Eine Woche vor der Predigt wird das jeweilige Bild in der Kirche gezeigt. Die anderen Bilder werden jeweils eine Stunde vor und nach dem Gottesdienst in der Kapelle präsentiert.

 

VON GARNET MANECKE

 
 

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